Für die "Pille danach" besteht in Deutschland keine Rezeptpflicht mehr

Notfallverhütung / Pannenhilfe in Essen

Notfallmedikament, aber kein Verhütungsmittel

Bei einer "Pille danach" handelt es sich um eine Hormontablette, die nach einem ungeschützten / erzwungenen Geschlechtsverkehr bzw. einer Verhütungspanne, durch die Verschiebung des Eisprungs, eine Schwangerschaft verhindern kann. Dazu muss sie möglichst schnell nach einer Verhütungspanne eingenommen werden.

  • Eine "Pille danach" ist ein Notfallmedikament, aber kein Verhütungsmittel.

Die weitere Verhütung nach einer „Panne“ ist in jedem Fall (z.B. mit Kondomen) sicher zu stellen.

Die „Pille danach“ ist bitte nicht mit der Abtreibungspille zu verwechseln! 

Die "Pille danach"

Sie sollten sich eine "Pille danach" in einer Apotheke besorgen, wenn Sie befürchten, schwanger zu werden, z.B. weil

  • Sie ungeschützten / erzwungenen Geschlechtsverkehr hatten oder
  • das Kondom gerissen / abgerutscht ist oder
  • Sie die Pille vergessen haben.

Hier finden Sie den Apothekennotdienst in Essen (Link).

Sicherheit

Je schneller eingenommen, desto sicherer die Wirkung.

Sie können eine „Pille danach“ innerhalb von höchstens 120 Stunden (fünf Tagen) nach dem ungeschützten / erzwungenen Geschlechtsverkehr einnehmen.
Am sichersten wirkt die „Pille danach“, wenn Sie sie innerhalb der ersten 12-24 Stunden nach dem Ereignis einnehmen. Je schneller, desto besser!
So kann eine Schwangerschaft in den meisten Fällen (ca. 95%) noch verhindert werden.

Kosten

Kostenlos

Bis zum 20. Geburtstag bekommen Frauen die  "Pille danach" weiterhin kostenlos, wenn sie ein Rezept vorlegen können. Sonst muss zunächst selbst bezahlt werden, aber man kann das Geld nachträglich ("Erstattung") wieder bekommen.

Manchmal kommt eine Notdienstgebühr der Apotheke hinzu.

Ab dem 20. Geburtstag tragen alle Frauen die Medikamentenkosten selbst.

Präparat

Woher?

Die "Pille danach" bekommen Sie

- nur in der Apotheke, nicht im Apothekenversandhandel.

- am Wochenende, an Feiertagen oder nachts in einer Apotheke die Notdienst leistet.

2 Präparate

zwei Präparate zur Notfallverhütung
Thomas Bocian Fotodesign www.thomas-bocian.de

2 unterschiedliche Wirkstoffe

  • 1. der Wirkstoff Levonorgestrel (PiDaNa® 1,5mg)
    Einnahme bis zu 72 Stunden nach einer Verhütungspanne Kosten: ca. € 18,-
  • 2. der Wirkstoff Ulipristalacetat (elleOne®)
    Einnahme bis zu 120 Stunden nach einer Verhütungspanne Kosten ca. € 36,-

Die Apothekerin / der Apotheker kann Sie nach einem kurzen Gespräch beraten welches Präparat zum Einsatz kommen soll.

Weiteres finden Sie auf der BzgA-Seite für Familienplanung.

Vergleich

Präparat PiDaNa® ellaOne® Spirale danach
       
Maximaler Zeitrahmen 72 h 120 h 120 h
       
Bester Zeitpunkt 12-24 h   egal
       
Kosten/€uro ca. 18,- ca. 36,- 130,- bis 250,-
       
Wirksamkeit 58% - 96% ~ 90 % ~ 99,9 %

Die "Spirale danach"

Notfallmaßnahme und gleichzeitig zukünftiges Verhütungsmittel

Bei einer "Spirale danach" handelt es sich um eine normale Kupferspirale bzw. um ein Kupferkettchen.

Sie kann nach einem Geschlechtsverkehr bzw. nach einer Verhütungspanne eine Schwangerschaft noch verhindern, indem sie das Milieu in der Gebärmutter und den Eileitern negativ beeinflusst. Die Spermienbeweglichkeit und die Wanderschaft der Eizelle werden so sehr gestört, dass sich keine Schwangerschaft in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann.

Dazu muss sie möglichst schnell und zwar innerhalb von höchstens 120 Stunden (fünf Tagen) nach dem Ereignis, durch die Frauenärztin / den Frauenarzt, in die Gebärmutter eingesetzt werden. Je schneller, desto besser!

So kann eine Schwangerschaft in den allermeisten Fällen (99%) noch verhindert werden.

Eine "Spirale danach" wirkt ab der Einlage außerdem auch als verlässliches Verhütungsmittel für einige Jahre weiter.

Kosten

Kostenloses Kassenrezept

Frauen bis zum 20. Geburtstag, die gesetzlich versichert sind und ein Kassenrezept vorweisen, bekommen die "Spirale danach":

  • entweder kostenlos oder mit geringer Selbstbeteiligung (altersabhängig)
  • in der Apotheke gegen Bezahlung der Rezeptgebühr, wenn nicht noch eine Notdienstgebühr hinzukommt.

Stellt die Ärztin / der Arzt allerdings ein Privatrezept aus, muss frau eine "Spirale danach" selbst bezahlen, je nach Präparat zwischen € 30,- und € 50,-. Bestehen Sie darauf ein Kassenrezept zu bekommen!

Ab dem 20. Geburtstag tragen alle Frauen die Gesamtkosten selbst, d.h.:
den Preis der Spirale (€ 30,- bis € 50,-) plus
die Kosten für das Einlegen (€ 100,- bis € 200,-)
und haben gleichzeitig für die nächsten 3 - 5 Jahre eine sichere Verhütungsmethode erworben.