Die Förderung der Selbstbestimmung beinhaltet das Sprechen über Bedürfnisse, Wünsche und Sehnsüchte rund um Freundschaft, Partnerschaft, Liebe und Sexualität, aber auch erlebte Einschränkungen durch die Behinderung.
Es ist wichtig, alle Themenbereiche der Sexualität im Lebensalltag von Menschen mit Behinderung zu verankern.
Um einen selbstbestimmten Umgang mit Sexualität zu lernen, ist es notwendig über Gefühle, Partnerschaft und Sexualität zu reden. Menschen mit Behinderung sollen die Möglichkeit haben alleine oder in Gruppen zu reden.
Beratungen und Schulungen rund um das Thema
Sexualität für Menschen mit Behinderung:
• Alle Menschen haben ein Recht auf Liebe, Partnerschaft und Sexualität.
• Alle Menschen haben ein Recht Kinder zu bekommen.
• Alle Menschen haben ein Recht auf Sexualaufklärung.
• Alle Menschen haben ein Recht auf Beratung rund um das Thema
Sexualität.
Beratungen zu Liebe, Partnerschaft, Sexualität und
Kinderkriegen für Mädchen und Frauen, Jungen und
Männer und Paare
• Sie bestimmen, ob sie eine Begleitperson mitbringen.
• Sie bestimmen, worüber sie reden.
• Sie müssen ihren Namen nicht sagen.
• Wir geben keine Informationen über Sie weiter.
Gruppen oder sexualpädagogische Veranstaltungen
zu folgenden Themen:
Gefühle und mehr
• Ich wünsche mir eine Freundin. Ich wünsche mir einen Freund.
• Meine erste Liebe
• Wir geben keine Informationen über Sie weiter
Über den Körper
• Der Körper von Mädchen und Frau
• Der Körper von Junge und Mann
• Die Veränderungen meines Körpers im Laufe meines Lebens
• Wenn ein Mädchen das erste Mal ihre Tage bekommt
• Wenn ein Junge das erste Mal einen Samenerguss bekommt
Sex und mehr
• Was ist Selbstbefriedigung?
• Wie werden Kinder gemacht?
• Die Geburt eines Kindes
• Was bedeutet es Eltern zu werden?
• Was kann ich tun, damit ich kein Kind bekomme? Verhütungsmittel und Kondombenutzung
• Was sind ansteckende Geschlechtskrankheiten und wie kann ich mich davor schützen?
Anders sein
• Wenn Frauen Frauen lieben?
• Wenn Männer Männer lieben?
Mein Körper gehört mir
•Was ist sexuelle Belästigung?
• Was ist sexuelle Gewalt?
• Ich darf Nein sagen
Für Eltern, Angehörige, und andere Interessierte: Informationsveranstaltungen
Unterstützung der Angehörigen durch die Vermittlung einer Sexualerziehung, die die eigenen Kinder befähigt über Sexualität zu reden, Fragen zu stellen und sie in ihrem Selbstbewusstsein stärkt. Auch soll die Selbsterfahrungskompetenz der Angehörigen durch einen Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern mobilisiert werden.
Zur Sexualaufklärung gehören:
• Kennenlernen des eigenen und gegengeschlechtlichen Körpers
• Funktion der inneren und äußeren Geschlechtsorgane
• Erfahrungen und Grenzüberschreitungen, wenn es um die Aspekte Nähe und Sexualität geht
Weitere Themen:
• Die Rolle von Frau und Mann
• Angstabbau vor dem Tabu-Thema Sexualität
• Informationen zur psychosexuellen Entwicklung
• Verhütungsmittel und Kondombenutzung
• Kinderwunsch und das Konzept „Begleitete Elternschaft“
• Intimsphäre in der Pflegesituation
• Rechtliche Informationen (Recht auf Sexualität, Aspekte der Sozialgesetzgebung, Sterilisation, sexuelle Belästigung, sexueller Missbrauch)
• Vorstellung geeigneter Medien und Materialien zur Sexualaufklärung
Für Fachkräfte der Behindertenhilfe: Fortbildungen
Durch persönliche Selbstreflexion der Telnehmer/innen sollen die persönliche Einstellung und Haltung zum Thema Sexualität beleuchtet werden, um anschließend kritisch die Einflussnahme auf Freundschaften/Partnerschaften und die Sexualität von Menschen mit Behinderung zu reflektieren.